Malocchio …

Malocchio – wörtlich übersetzt, das böse Auge, der böse Blick – ist ein Aberglaube.

Und dennoch ist der Glaube an diese unheilvolle Macht des bösen Blickes weit verbreitet und in vielen Kulturen zu finden. Es heißt, er verursache Schaden und Krankheit, so werden heute noch in Italien Kopfweh, Ohnmacht, Fieber, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Pechsträhnen und sogar der Tod dem Bösen Blick zugeschrieben.

In vielen Kulturen gibt es Schutzmaßnahmen, in Italien ist es das corno (Horn, Plural: corni).

Corni werden in allen Größen und aus fast allen Materialien angeboten. Man kann ein kleines goldenes corno als Schmuckstück tragen, ein größeres rotes über die Haustüre hängen. Aber Vorsicht, es darf nicht gekauft werden, das brächte Unglück, es muss ein Geschenk sein, um seine Funktion zu erfüllen.
Wer nun aber gerade kein corno zur Hand hat, kann sich mit einer uralten Abwehrgeste gegen den bösen Blick verteidigen (»Mano cornuta«, die Hörnerhand):
Hierzu werden der Zeigefinger und der kleine Finger von der Hand abgespreizt und die Hand nach unten gerichtet. Daumen-, Ring- und Mittelfinger in die Handfläche gelegt.

In Italien gibt es Frauen, und es sind meist Frauen, die sich darauf verstehen, Menschen, die den bösen Blick auf sich gezogen haben, zu heilen. Man nennt sie »fattuchiere« (Zauberin) und findet sie heute noch. Sie werden nicht belächelt und sind eine feste Institution.

Manchmal geraten auch Menschen in den Verdacht des bösen Blicks, von denen man es nicht erwarten würde. Kurioses Beispiel aus Italien: Der im Jahr 2000 seliggesprochene Papst Pius IX. war nach Meinung der Römer ein »jettatore« (Werfer des bösen Blicks). Ließ er sich auf den Straßen der ewigen Stadt blicken, flüchteten die Bewohner in Seitengassen und bildeten versteckt die »mano cornuta«.

In anderen Kulturen finden wir Hufeisen über die Eingangstür, Hemden werden verkehrt herum angezogen. Die Hand der Fatima und die Schalen der Kaurischnecken werden als Amulette sehr geschätzt. Es gibt blaue Perlen, die wie Augen wirken und damit eventuelle böse Blicke entzaubern sollen. Helfen sollen auch Zettel mit frommen Sprüchen, die an die Kleidung geheftet werden. Klopfen wir nicht dreimal auf Holz um Unglück oder Krankheit zu verhüten? In Indien werden kleine Spiegel an den Kleidungsstücken befestigt, damit sie den Blick zurückwerfen.

Ach, und der VW Jetta war in Italien sicherlich kein Verkaufsschlager und wurde in Italien nur Golf genannt.

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