Lago di Albano – ein Kratersee in den Albaner Bergen

Als sie ankamen, schillerte der See grün im gleißenden Sonnenlicht, die ersten heißen Strahlen, Vorboten des bald beginnenden Sommers. Einst war hier ein Vulkan gewesen, wodurch der See in der Mitte sehr tief war und unterirdische Strömungen hatte.
            Aufgeregt hielt Giacomo seine Taucherbrille, die er erst vor kurzem zum Geburtstag bekommen hatte, in den Händen und sagte zu seiner Mutter: „Heute werde ich ganz nach unten tauchen, dort, wo der Schlund des Kraters war.“
Letizia lachte. „Willst du das wirklich tun?“
            (. . .)
            Maria beobachtete Giacomo, wie er ausgelassen am Ufer planschte und wie er vergeblich versuchte, mit dem groben schwarzen Vulkansand eine Sandburg zu bauen, als Vincenzo ihn rief: „Giacomo, komm, ich habe eine Überraschung für dich.“
            „Was für eine?“, rief Giacomo aufgeregt und sah im gleichen Moment das blaue kleine Ruderboot.
            „Steig ein, wir fahren zur Mitte des Sees“, forderte Vincenzo seinen Sohn auf.

(aus „Malocchio – der böse Blick“)

Oft sind wir an pasquetta (wörtlich übersetzt: kleines Ostern, gemeint ist der Ostermontag) an den Lago di Albano gefahren – zum Picknicken.
Unterwegs erfuhren wir einmal eine grausige Geschichte, die ich wohl nie vergessen werde. Eine Familie, in diesem Fall, die komplette Familie samt den Großeltern und Urgroßeltern war ein paar Tage zuvor mit einem Schlauchboot mit Motor auf dem See unterwegs gewesen, als plötzlich das Boot mit dem Bug zuerst unter Wasser kam und dann rasant in die Tiefe fuhr. Das Boot wurde nie gefunden. Meine nonna meinte, dass es sicher in den unterirdischen Höhlen des tiefen Sees verschwunden sei. Überlebt hatte lediglich der alte Urgroßvater. Es war klar, dass wir Kinder nicht in das Wasser gingen, obwohl es bereits warm war und ich muss gestehen, dass ich bis heute noch nie im Lago di Albano geschwommen bin.

Hier geht’s zum See

Foto© Angelo Giampiccolo – Fotolia.com

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Piselli alla Romana (Erbsen auf römische Art)

            

Maria saß am Esstisch und pulte Erbsen aus den Schoten. „Du warst lange weg“, sagte Maria und schaute auf den Korb mit den Einkäufen. „Hast du alles bekommen?“

                Letizia nickte und nahm all ihren Mut zusammen. Dies war die einzige Möglichkeit.

Ich habe ein sehr altes Rezept meiner Nonna gefunden: Piselli alla Romana

Früher wurden die so zubereiteten Erbsen übrigens auf gerösteten Brotscheiben serviert. Heute sind sie meist eine Beilage (contorno) zu Fleischgerichten.

Ich liebe Piselli alla Romana „pur“, ohne Fleisch ohne Brot.
Hier gibt es das Rezept: Piselli alla Romana

Foto© jessiketta – Fotolia.com

Das goldene Corno

 
Auf mehrfachen Wunsch hier ein goldenes Corno,
das Amulett, das gegen den bösen Blick schützt (schützen soll).
In Italien kann man es übrigens in jedem Juwelier kaufen.
Aber Vorsicht:
Das Corno darf man sich nicht selber einfach so kaufen,
das brächte Unglück, es muss ein Geschenk sein,
um seine Funktion zu erfüllen.

Malocchio – wörtlich übersetzt, das böse Auge, der böse Blick – ist ein Aberglaube. Und dennoch ist der Glaube an diese unheilvolle Macht des bösen Blickes weit verbreitet und in vielen Kulturen zu finden. Es heißt, er verursache Schaden und Krankheit, so werden heute noch in Italien Kopfweh, Ohnmacht, Fieber, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Pechsträhnen und sogar der Tod dem Bösen Blick zugeschrieben. In vielen Kulturen gibt es Schutzmaßnahmen, in Italien ist es das corno (Horn, Plural:corni). Corni werden in allen Größen und aus fast allen Materialien angeboten. Man kann ein kleines goldenes corno als Schmuckstück tragen, ein größeres rotes über die Haustüre hängen.Wer nun aber gerade kein corno zur Hand hat, kann sich mit einer uralten Abwehrgeste gegen den bösen Blick verteidigen (»Mano cornuta«, die Hörnerhand):
Hierzu werden der Zeigefinger und der kleine Finger von der Hand abgespreizt und die Hand nach unten gerichtet. Daumen-, Ring- und Mittelfinger in die Handfläche gelegt.