Der italienische Caffè mit Crema (Caffè espresso)

            „Du weißt, ich bin immer da, wenn du Hilfe brauchst“, sagte Gianna und ging die Treppen hinunter.
Letizia nahm Giacomo auf den Arm und drückte ihn fest an sich, worauf er sich nach einer Weile beruhigte. Es tat ihr leid, dass sie Gianna so angefaucht hatte. Später würde sie hinuntergehen, um mit ihr einen caffè zu trinken. Aber zuerst musste sie zur Ruhe kommen. Sie legte Giacomo an ihre volle Brust, wo er augenblicklich begierig anfing, zu trinken. Der regelmäßige Atem des Kindes ließ ihr pochendes Herz langsamer schlagen, und sie konnte endlich wieder einen klaren Gedanken fassen.

(aus „Malocchio – der böse Blick“)

Wir sagen ja gerne Espresso zum italienischen Kaffee. Wenn wir in Italien sind, erkennen uns die Italiener bereits an diesem kleinen Wort: Espresso, selbst wenn wir es perfekt aussprechen. Denn: Ein Italiener würde niemals einen Espresso bestellen, sie bestellen einen Caffè. Oder einen Caffè espresso.

Wenn wir denn aber schon Espresso sagen (wollen), dann heißt er auf keinen Fall Expresso (denn es kommt nicht von express, auch wenn er schnell gemacht wird). Wenn wir mehrere bestellen dann bitte keine Espressos (auch wenn es als Alternative so im Duden steht), sondern den Plural von Espresso, also Espressi (auf keinen Fall Espressis).
Das nur am Rande.

Den besten Caffè habe ich an den Raststätten der Autobahn bekommen. Da bin ich nicht wählerisch, gleich an einer der ersten Raststätten fahre ich raus und bestelle einen Caffè meist mit einer Ciambella, eine Art Berliner mit Loch in der Mitte (von der Form sieht er aus wie ein Bagel). Da man natürlich wenig Caffè bekommt, halte ich öfter, bis ich endlich in Rom bin, auch wenn alle im Auto schon meckern.

Ich selbst mache meinen Caffè immer noch in der herkömmlichen Caffettiera (die Betonung liegt hier auf dem zweiten e), auch macchinetta (Maschinchen) genannt.

Sicher meint jetzt der eine oder/und andere: Einen Caffè ohne Crema?
Hier die italienische Zubereitung für einen Caffè mit Crema.

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Eine mysteriöse Straße

Es gab einen Ort für meine Geschwister und für mich, der uns, wenn wir in Rom bei unseren Großeltern waren, magisch anzog. Wir ließen nichts unversucht, bis wir unseren Vater überzeugt oder besser überredet hatten, indem wir ihn einfach nicht in Ruhe ließen.

Es ist ein mystischer Ort, ein Ort, an dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Es ist eine Straße, die Via dei Laghi, auf der  Gegenstände, die man auf den schwarzen Asphalt legt, den Berg hinauf rollen. Cola-Dosen, Flaschen, Bälle sogar ausgeschüttetes Wasser fließt, wenn auch langsam, nach oben, die Steigung hinauf. Jedes Jahr, wenn wir endlich dort ankamen, standen am Straßenrand ein, zwei Kreuze mehr, mit Namen von Unvorsichtigen, die – wie wir – mitten auf der Straße ausgestiegen waren und dieses Mysterium bewunderten.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, hier entlang.