Summertime Blueberry Pie

Es gibt kaum ein Buch, eine Geschichte, die ich geschrieben habe, in der nicht irgendwann gekocht und gebacken wird.

So wird natürlich auch  in Meine Schwester, die Hummelkönigin „ab und zu“ gekocht.
Und da die Geschichte in Maine spielt, sind es Gerichte, die für New England typisch sind, wie z
um Beispiel Baked Beans, Clam Chowder oder Boston Brown Bread.

Wenn Ihr an einem originalen Rezept für einen Summertime Blueberry Pie interessiert seid, dann folgt diesem Link.

Blueberry Pie, LandGlück, Heike Pohl

Dieses tolle Bild hat Heike Pohl für mich gemacht. Wer noch mehr von ihren Bildern sehen mag und auch ihre unterhaltenden Texte lesen möchte, sollte sich auf ihrer Facebook-Seite mit dem passenden Namen LandGlück umschauen.

Advertisements

Rom von A bis Z

Meine Stadt von A bis Z, so lautet das Motto der Blogparade, zu der meine Freundin Birgit aufgerufen hat.

Da es „Stuttgart“ schon gibt, wage ich mich weiter Richtung Süden und schreibe über Rom.

(Ich dachte, ich schüttele das mal kurz aus dem Ärmel, falsch gedacht …)

 

A wie Ai Monasteri – was soviel wie „Aus den Klöstern“ bedeutet. Hier werden Produkte verkauft, die von Mönchen aus den umliegenden Klöstern von  Rom hergestellt werden. Berühmt ist der Laden für seinen Liebestrank (Elixir dell’Amore). Schon verliebt? Gut, dann greifen Sie zum Glückselixier.

B wie Bocca della Verità – Mund der Wahrheit.

C wie Campo dei Fiori – auf dem Campo findet täglich (ausgenommen sonntags) einer der beliebtesten Märkte Roms statt. Neben Blumen, werden dort vor allem frische Lebensmittel von Bauern angeboten.

D wie Dolce Vita ­– La dolce vita, „Das süße Leben“ von Federico Fellini.

E wie Ewige Stadt – angeblich soll Rom so lange bestehen, wie es Menschen geben wird.

F wie Forum Romanum

G wie Giardino degli Aranci – der Orangengarten liegt etwas abseits auf dem Aventin und bietet über den Tiber hinweg einen weiten Blick über das antike Zentrum.

H wie Hotels – angeblich gibt es im Italienischen nur vier Wörter die mit H beginnen (wenn man Anglizismen wie Hobby, Hotel etc. weglässt). Wer kommt drauf?

I wie Italiens Hauptstadt

J wie „Jüngstes Gericht“ von Michelangelo – zu bewundern in der Sixtinischen Kapelle.

K wie Katakomben und Kolosseum

L wie Lazio Rom – Forza Lazio.

M wie Monumento Vittorio Emanuele III

N wie Nero

O wie Ostia 

P wie Petersplatz und Pantheon und Piazza Navona

Q wie Quattro Mori – ein Restaurant ums Eck vom Peterplatz. Dort triff man sich und auch die Kurie.

R wie Romulus und Remus

S wie Spanische Treppe oder wie Santa Maria Maggiore (dort haben meine Eltern geheiratet) und wie Stazione Termini und wie Supplì, frittierte längliche Reisklöße gefüllt mit Mozzarella (die man ein mal im Leben probiert haben muss).

T wie Trevi-Brunnen und wie Tiber und wie  Trippa alla romana, eines der Nationalgerichte der Römer (Kutteln in einer Tomatensoße – einst ein Arme-Leute-Essen).

U wie Urbi et Orbi – der Ostersegen

V wie Vatikan und wie unzählige Villen (zum Beispiel die Villa Borghese)

W wie wie, wie wie, wie wie … Das einzige Wort, das mir dazu einfällt ist Wurstel, gibt es sicher auch in Rom.

X wie X (per), Italiener schreiben oft statt dem Wort „per“ ein X  (zum Beispiel X favore).

Y wie Yoga-Festival – das jedes Jahr in Rom stattfindet.

Z wie Zoo – der Bioparco eröffnete bereits 1911 und ist einer der ältesten Zoos in Europa.

 

Wenn jemand Lust bekommen hat bei der Blogparade mitzumachen: Hier gibt es die Info.

 

Giochiamo a Tombola


Tombola – das Weihnachtspiel.

Cartelle e numeri

Der 8. Dezember ist in Italien der Tag, an dem man beginnt, das Haus weihnachtlich zu schmücken, was so viel heißt wie: man stellt den Weihnachtsbaum auf. Wir haben das früher als Kinder nie mitbekommen, da wir immer erst in den Weihnachts-
ferien in Rom angekommen sind, also frühestens am
22. Dezember. Da stand der Baum dann schon – aus Plastik, klein und kitschig, auf dem Schreibtisch meines Großvaters.
Auch wird am 24. Dezember in Italien nicht Weihnachten gefeiert, der 24. Dezember ist ein Tag wie jeder andere. Weihnachten ist am 25. Dezember. Aber Geschenke gibt es da auch nicht. Die bekommt man am 6. Januar und da waren wir dann immer schon wieder zuhause in Deutschland…  (Mehr muss ich zum Thema Weihnachten in Italien wohl nicht sagen.) 
Aber in Italien gab und gibt es Tombola. Heute weiß ich, dass das Tombola-Spiel zusammen mit dem Plastiktannenbaum am 8. Dezember hervorgeholt wurde.Tombola – das sind viele kleine Kärtchen (Cartelle) mit Zahlen darauf, ein Plastikbehälter, in dem 90 Holzplättchen mit den Zahlen von 1-90 enthalten sind, und der “Cartellone”, also die große Karte mit allen 90 Nummern. Tombola
Die Spielregeln: Zu Beginn kauft jeder Spieler eine oder mehr Cartelle. Jedes Kärtchen kostete damals 50 Lira. Das Geld wird auf 5 Stapeln verteilt, so hat man fünf Chancen, zu gewinnen. Der erste Stapel war klein und bringt kaum das eingesetzte Geld wieder rein. Auf Tombola liegt viel Geld. Dann beginnt das Spiel. Der Spieler, der die Cartellone hat, zieht die Nummern aus dem Behälter und liest sie mit lauter Stimme vor. Wer eine Nummer auf seiner Karte hat, kennzeichnet sie mit einem getrockneten Maiskorn (die die Hühner normalerweise im Winter fraßen). 
cartelle mit knopfenNatürlich kann man auch getrocknete Bohnen, Kichererbsen oder ausrangierte Knöpfe verwenden. Wer zuerst zwei Nummern in einer Reihe hat, ruft „Ambo“ und bekommt den ersten Haufen Geld. Mit drei Nummern hat man Terno, mit vier Quaterna und mit fünf Cinquina. Wer zuerst das ganze Kärtchen voll hat, ruft Tombola und bekommt den großen Stapel Geld. Bevor man ein neues Spiel beginnt, kann man seine Karten tauschen, die große Cartellone und der Behälter mit den Nummern wird weitergegeben. Es versteht sich von selbst, dass wir die Zahlen bis 90, kaum dass wir einigermaßen Italienisch sprachen, perfekt beherrschten. Jeder Zahl wird übrigens ein bestimmtes Symbol zugeordnet. Zum Beispiel: 1-Italien, 45-Wein, 83-Schlechtes Wetter und so weiter. Diese Symbole sind die Prognosen der Lottozahlen (In Italien gibt es auch hier 90 Zahlen). Träumt man also von einer Maus, sollte beim Lottospielen auf die Zahl 11 gesetzt werden ….Wer sich dafür interessiert – hier findet man sämtliche Bedeutungen (auf der Seite dort auf Tombola klicken).
 kartenstapelDie Männer spielen Bestia, ein Kartenspiel, das mit den Carte napolitane gespielt wird. Ein Kartenspiel bei dem man auch mal viel Geld gewinnen oder verlieren kann.
Wir Kinder durften es nicht spielen. carte napoletane

Rache schmeckt bitter und …

ein Cantuccini-Rezept

Letztes Jahr im Mai habe ich bei einer Ausschreibung mitgemacht: Weihnachtskrimi mit regionalem Bezug.
Weihnachtskrimi im Mai?
Warum nicht.
Eine Woche später habe ich auf der Plattform neobooks meinen Kurz-Krimi „Rache schmeckt bitter“ hochgeladen. 
 So sah übrigens damals das Cover aus.Cover neu
 
„Rache schmeckt bitter“ hat mit weiteren Kurzgeschichten gewonnen und wurde veröffentlicht.
Sieht heute so ausRache schmeckt bitter
 
 
 
  
 
Der Krimi enthält auch ein Rezept für Weihnachts-Cantuccini. Cantuccini kommen zwar nicht aus Rom, aber schmecken tun sie trotzdem.
Hier geht’s zum Rezept 
Hier geht’s zum Buch 

Der italienische Caffè mit Crema (Caffè espresso)

            „Du weißt, ich bin immer da, wenn du Hilfe brauchst“, sagte Gianna und ging die Treppen hinunter.
Letizia nahm Giacomo auf den Arm und drückte ihn fest an sich, worauf er sich nach einer Weile beruhigte. Es tat ihr leid, dass sie Gianna so angefaucht hatte. Später würde sie hinuntergehen, um mit ihr einen caffè zu trinken. Aber zuerst musste sie zur Ruhe kommen. Sie legte Giacomo an ihre volle Brust, wo er augenblicklich begierig anfing, zu trinken. Der regelmäßige Atem des Kindes ließ ihr pochendes Herz langsamer schlagen, und sie konnte endlich wieder einen klaren Gedanken fassen.

(aus „Malocchio – der böse Blick“)

Wir sagen ja gerne Espresso zum italienischen Kaffee. Wenn wir in Italien sind, erkennen uns die Italiener bereits an diesem kleinen Wort: Espresso, selbst wenn wir es perfekt aussprechen. Denn: Ein Italiener würde niemals einen Espresso bestellen, sie bestellen einen Caffè. Oder einen Caffè espresso.

Wenn wir denn aber schon Espresso sagen (wollen), dann heißt er auf keinen Fall Expresso (denn es kommt nicht von express, auch wenn er schnell gemacht wird). Wenn wir mehrere bestellen dann bitte keine Espressos (auch wenn es als Alternative so im Duden steht), sondern den Plural von Espresso, also Espressi (auf keinen Fall Espressis).
Das nur am Rande.

Den besten Caffè habe ich an den Raststätten der Autobahn bekommen. Da bin ich nicht wählerisch, gleich an einer der ersten Raststätten fahre ich raus und bestelle einen Caffè meist mit einer Ciambella, eine Art Berliner mit Loch in der Mitte (von der Form sieht er aus wie ein Bagel). Da man natürlich wenig Caffè bekommt, halte ich öfter, bis ich endlich in Rom bin, auch wenn alle im Auto schon meckern.

Ich selbst mache meinen Caffè immer noch in der herkömmlichen Caffettiera (die Betonung liegt hier auf dem zweiten e), auch macchinetta (Maschinchen) genannt.

Sicher meint jetzt der eine oder/und andere: Einen Caffè ohne Crema?
Hier die italienische Zubereitung für einen Caffè mit Crema.

Eine mysteriöse Straße

Es gab einen Ort für meine Geschwister und für mich, der uns, wenn wir in Rom bei unseren Großeltern waren, magisch anzog. Wir ließen nichts unversucht, bis wir unseren Vater überzeugt oder besser überredet hatten, indem wir ihn einfach nicht in Ruhe ließen.

Es ist ein mystischer Ort, ein Ort, an dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Es ist eine Straße, die Via dei Laghi, auf der  Gegenstände, die man auf den schwarzen Asphalt legt, den Berg hinauf rollen. Cola-Dosen, Flaschen, Bälle sogar ausgeschüttetes Wasser fließt, wenn auch langsam, nach oben, die Steigung hinauf. Jedes Jahr, wenn wir endlich dort ankamen, standen am Straßenrand ein, zwei Kreuze mehr, mit Namen von Unvorsichtigen, die – wie wir – mitten auf der Straße ausgestiegen waren und dieses Mysterium bewunderten.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, hier entlang.

Lago di Albano – ein Kratersee in den Albaner Bergen

Als sie ankamen, schillerte der See grün im gleißenden Sonnenlicht, die ersten heißen Strahlen, Vorboten des bald beginnenden Sommers. Einst war hier ein Vulkan gewesen, wodurch der See in der Mitte sehr tief war und unterirdische Strömungen hatte.
            Aufgeregt hielt Giacomo seine Taucherbrille, die er erst vor kurzem zum Geburtstag bekommen hatte, in den Händen und sagte zu seiner Mutter: „Heute werde ich ganz nach unten tauchen, dort, wo der Schlund des Kraters war.“
Letizia lachte. „Willst du das wirklich tun?“
            (. . .)
            Maria beobachtete Giacomo, wie er ausgelassen am Ufer planschte und wie er vergeblich versuchte, mit dem groben schwarzen Vulkansand eine Sandburg zu bauen, als Vincenzo ihn rief: „Giacomo, komm, ich habe eine Überraschung für dich.“
            „Was für eine?“, rief Giacomo aufgeregt und sah im gleichen Moment das blaue kleine Ruderboot.
            „Steig ein, wir fahren zur Mitte des Sees“, forderte Vincenzo seinen Sohn auf.

(aus „Malocchio – der böse Blick“)

Oft sind wir an pasquetta (wörtlich übersetzt: kleines Ostern, gemeint ist der Ostermontag) an den Lago di Albano gefahren – zum Picknicken.
Unterwegs erfuhren wir einmal eine grausige Geschichte, die ich wohl nie vergessen werde. Eine Familie, in diesem Fall, die komplette Familie samt den Großeltern und Urgroßeltern war ein paar Tage zuvor mit einem Schlauchboot mit Motor auf dem See unterwegs gewesen, als plötzlich das Boot mit dem Bug zuerst unter Wasser kam und dann rasant in die Tiefe fuhr. Das Boot wurde nie gefunden. Meine nonna meinte, dass es sicher in den unterirdischen Höhlen des tiefen Sees verschwunden sei. Überlebt hatte lediglich der alte Urgroßvater. Es war klar, dass wir Kinder nicht in das Wasser gingen, obwohl es bereits warm war und ich muss gestehen, dass ich bis heute noch nie im Lago di Albano geschwommen bin.

Hier geht’s zum See

Foto© Angelo Giampiccolo – Fotolia.com