Rom von A bis Z

Meine Stadt von A bis Z, so lautet das Motto der Blogparade, zu der meine Freundin Birgit aufgerufen hat.

Da es „Stuttgart“ schon gibt, wage ich mich weiter Richtung Süden und schreibe über Rom.

(Ich dachte, ich schüttele das mal kurz aus dem Ärmel, falsch gedacht …)

 

A wie Ai Monasteri – was soviel wie „Aus den Klöstern“ bedeutet. Hier werden Produkte verkauft, die von Mönchen aus den umliegenden Klöstern von  Rom hergestellt werden. Berühmt ist der Laden für seinen Liebestrank (Elixir dell’Amore). Schon verliebt? Gut, dann greifen Sie zum Glückselixier.

B wie Bocca della Verità – Mund der Wahrheit.

C wie Campo dei Fiori – auf dem Campo findet täglich (ausgenommen sonntags) einer der beliebtesten Märkte Roms statt. Neben Blumen, werden dort vor allem frische Lebensmittel von Bauern angeboten.

D wie Dolce Vita ­– La dolce vita, „Das süße Leben“ von Federico Fellini.

E wie Ewige Stadt – angeblich soll Rom so lange bestehen, wie es Menschen geben wird.

F wie Forum Romanum

G wie Giardino degli Aranci – der Orangengarten liegt etwas abseits auf dem Aventin und bietet über den Tiber hinweg einen weiten Blick über das antike Zentrum.

H wie Hotels – angeblich gibt es im Italienischen nur vier Wörter die mit H beginnen (wenn man Anglizismen wie Hobby, Hotel etc. weglässt). Wer kommt drauf?

I wie Italiens Hauptstadt

J wie „Jüngstes Gericht“ von Michelangelo – zu bewundern in der Sixtinischen Kapelle.

K wie Katakomben und Kolosseum

L wie Lazio Rom – Forza Lazio.

M wie Monumento Vittorio Emanuele III

N wie Nero

O wie Ostia 

P wie Petersplatz und Pantheon und Piazza Navona

Q wie Quattro Mori – ein Restaurant ums Eck vom Peterplatz. Dort triff man sich und auch die Kurie.

R wie Romulus und Remus

S wie Spanische Treppe oder wie Santa Maria Maggiore (dort haben meine Eltern geheiratet) und wie Stazione Termini und wie Supplì, frittierte längliche Reisklöße gefüllt mit Mozzarella (die man ein mal im Leben probiert haben muss).

T wie Trevi-Brunnen und wie Tiber und wie  Trippa alla romana, eines der Nationalgerichte der Römer (Kutteln in einer Tomatensoße – einst ein Arme-Leute-Essen).

U wie Urbi et Orbi – der Ostersegen

V wie Vatikan und wie unzählige Villen (zum Beispiel die Villa Borghese)

W wie wie, wie wie, wie wie … Das einzige Wort, das mir dazu einfällt ist Wurstel, gibt es sicher auch in Rom.

X wie X (per), Italiener schreiben oft statt dem Wort „per“ ein X  (zum Beispiel X favore).

Y wie Yoga-Festival – das jedes Jahr in Rom stattfindet.

Z wie Zoo – der Bioparco eröffnete bereits 1911 und ist einer der ältesten Zoos in Europa.

 

Wenn jemand Lust bekommen hat bei der Blogparade mitzumachen: Hier gibt es die Info.

 

Der italienische Caffè mit Crema (Caffè espresso)

            „Du weißt, ich bin immer da, wenn du Hilfe brauchst“, sagte Gianna und ging die Treppen hinunter.
Letizia nahm Giacomo auf den Arm und drückte ihn fest an sich, worauf er sich nach einer Weile beruhigte. Es tat ihr leid, dass sie Gianna so angefaucht hatte. Später würde sie hinuntergehen, um mit ihr einen caffè zu trinken. Aber zuerst musste sie zur Ruhe kommen. Sie legte Giacomo an ihre volle Brust, wo er augenblicklich begierig anfing, zu trinken. Der regelmäßige Atem des Kindes ließ ihr pochendes Herz langsamer schlagen, und sie konnte endlich wieder einen klaren Gedanken fassen.

(aus „Malocchio – der böse Blick“)

Wir sagen ja gerne Espresso zum italienischen Kaffee. Wenn wir in Italien sind, erkennen uns die Italiener bereits an diesem kleinen Wort: Espresso, selbst wenn wir es perfekt aussprechen. Denn: Ein Italiener würde niemals einen Espresso bestellen, sie bestellen einen Caffè. Oder einen Caffè espresso.

Wenn wir denn aber schon Espresso sagen (wollen), dann heißt er auf keinen Fall Expresso (denn es kommt nicht von express, auch wenn er schnell gemacht wird). Wenn wir mehrere bestellen dann bitte keine Espressos (auch wenn es als Alternative so im Duden steht), sondern den Plural von Espresso, also Espressi (auf keinen Fall Espressis).
Das nur am Rande.

Den besten Caffè habe ich an den Raststätten der Autobahn bekommen. Da bin ich nicht wählerisch, gleich an einer der ersten Raststätten fahre ich raus und bestelle einen Caffè meist mit einer Ciambella, eine Art Berliner mit Loch in der Mitte (von der Form sieht er aus wie ein Bagel). Da man natürlich wenig Caffè bekommt, halte ich öfter, bis ich endlich in Rom bin, auch wenn alle im Auto schon meckern.

Ich selbst mache meinen Caffè immer noch in der herkömmlichen Caffettiera (die Betonung liegt hier auf dem zweiten e), auch macchinetta (Maschinchen) genannt.

Sicher meint jetzt der eine oder/und andere: Einen Caffè ohne Crema?
Hier die italienische Zubereitung für einen Caffè mit Crema.

Eine mysteriöse Straße

Es gab einen Ort für meine Geschwister und für mich, der uns, wenn wir in Rom bei unseren Großeltern waren, magisch anzog. Wir ließen nichts unversucht, bis wir unseren Vater überzeugt oder besser überredet hatten, indem wir ihn einfach nicht in Ruhe ließen.

Es ist ein mystischer Ort, ein Ort, an dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Es ist eine Straße, die Via dei Laghi, auf der  Gegenstände, die man auf den schwarzen Asphalt legt, den Berg hinauf rollen. Cola-Dosen, Flaschen, Bälle sogar ausgeschüttetes Wasser fließt, wenn auch langsam, nach oben, die Steigung hinauf. Jedes Jahr, wenn wir endlich dort ankamen, standen am Straßenrand ein, zwei Kreuze mehr, mit Namen von Unvorsichtigen, die – wie wir – mitten auf der Straße ausgestiegen waren und dieses Mysterium bewunderten.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, hier entlang.

Lago di Albano – ein Kratersee in den Albaner Bergen

Als sie ankamen, schillerte der See grün im gleißenden Sonnenlicht, die ersten heißen Strahlen, Vorboten des bald beginnenden Sommers. Einst war hier ein Vulkan gewesen, wodurch der See in der Mitte sehr tief war und unterirdische Strömungen hatte.
            Aufgeregt hielt Giacomo seine Taucherbrille, die er erst vor kurzem zum Geburtstag bekommen hatte, in den Händen und sagte zu seiner Mutter: „Heute werde ich ganz nach unten tauchen, dort, wo der Schlund des Kraters war.“
Letizia lachte. „Willst du das wirklich tun?“
            (. . .)
            Maria beobachtete Giacomo, wie er ausgelassen am Ufer planschte und wie er vergeblich versuchte, mit dem groben schwarzen Vulkansand eine Sandburg zu bauen, als Vincenzo ihn rief: „Giacomo, komm, ich habe eine Überraschung für dich.“
            „Was für eine?“, rief Giacomo aufgeregt und sah im gleichen Moment das blaue kleine Ruderboot.
            „Steig ein, wir fahren zur Mitte des Sees“, forderte Vincenzo seinen Sohn auf.

(aus „Malocchio – der böse Blick“)

Oft sind wir an pasquetta (wörtlich übersetzt: kleines Ostern, gemeint ist der Ostermontag) an den Lago di Albano gefahren – zum Picknicken.
Unterwegs erfuhren wir einmal eine grausige Geschichte, die ich wohl nie vergessen werde. Eine Familie, in diesem Fall, die komplette Familie samt den Großeltern und Urgroßeltern war ein paar Tage zuvor mit einem Schlauchboot mit Motor auf dem See unterwegs gewesen, als plötzlich das Boot mit dem Bug zuerst unter Wasser kam und dann rasant in die Tiefe fuhr. Das Boot wurde nie gefunden. Meine nonna meinte, dass es sicher in den unterirdischen Höhlen des tiefen Sees verschwunden sei. Überlebt hatte lediglich der alte Urgroßvater. Es war klar, dass wir Kinder nicht in das Wasser gingen, obwohl es bereits warm war und ich muss gestehen, dass ich bis heute noch nie im Lago di Albano geschwommen bin.

Hier geht’s zum See

Foto© Angelo Giampiccolo – Fotolia.com

Piselli alla Romana (Erbsen auf römische Art)

            

Maria saß am Esstisch und pulte Erbsen aus den Schoten. „Du warst lange weg“, sagte Maria und schaute auf den Korb mit den Einkäufen. „Hast du alles bekommen?“

                Letizia nickte und nahm all ihren Mut zusammen. Dies war die einzige Möglichkeit.

Ich habe ein sehr altes Rezept meiner Nonna gefunden: Piselli alla Romana

Früher wurden die so zubereiteten Erbsen übrigens auf gerösteten Brotscheiben serviert. Heute sind sie meist eine Beilage (contorno) zu Fleischgerichten.

Ich liebe Piselli alla Romana „pur“, ohne Fleisch ohne Brot.
Hier gibt es das Rezept: Piselli alla Romana

Foto© jessiketta – Fotolia.com

Gibt es das überhaupt noch, das unentdeckte Eiland?

 
Die Insel Ponza südlich von Rom gilt als ein Geheimtipp und ist die Lieblingsinsel der Römer und Neapolitaner.
Hier gibt es kristallklares Wasser und einsame Badestrände, die Sie nur mit dem Boot erreichen können.
Mehr dazu:

Orte, irgendwo in der Nähe von Rom (Foto © Rorouge – Fotolia.com)

Spaghetti aglio, olio e peperoncino

   Wo warst du?“, fragte Benito aufgebracht, als Maria am späten Mittag eintraf. Seit Stunden hatte er auf seine Frau gewartet und schwankte nun, da sie eingetroffen war, zwischen Erleichterung und Ärger.
  „Heute gibt es nur Spaghetti aglio, olio e peperoncino“, war Marias Antwort auf eine Frage, die er ihr nicht gestellt hatte.

Spaghetti aglio, olio e peperoncino war früher ein typisches Arme-Leute-Essen.
Heute wird es vor allem dann gekocht, wenn man keine Zeit hat – keine Zeit und Hunger.
Wenn man von einem langen Tag am Meer nach Hause kommt oder nachts nach einer durchtanzten Nacht mit Freunden noch eben schnell etwas essen will. Ich habe es mit meinen Cousins und Cousinen sogar schon nach einer Hochzeit gegessen, nach der wir, wegen des schlechten Essens, ausgehungert nach Hause gekommen waren.
Die  Zutaten sind bereits im Namen erwähnt, Spaghetti, Knoblauch, Öl und Peperoncino, von letzterem je nach Geschmack, wer es schärfer mag, gerne mehr.
Meine Nonna hat es selten gekocht, da sie sich immer viel Zeit zum Kochen genommen hat.
Hier geht‘s zum Rezept.
 
 FOTO © BERND JÜRGENS – FOTOLIA.COM